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GNU, M$ kaj la merkata ekonomio

plani-ekonomio ne funkcias. sed ankau la nevidebla mano de la merkato pli kaj pli videbligas sian malkapablecon en la informa epoko. Kial en la informtekhniko chiam regas monopolo au oligopolo? kion oni lernu de tio?

  • la sociisma vojo al sklaveco
  • la liberisma vojo al sklaveco
  • paradokso de la informvaro
  • la patentsistemo estas ekzemplo de sukcesa shtata ekonomi-regado
  • Bisherige Gesetze beguenstigen geschlossene Systeme
  • Infokapitalismus korrumpiert das oeffentliche Leben
  • novaj vojoj el la sklaveco
  • Publikbida Merkatekonomio
  • provizaj celoj
  • la sociisma vojo al sklaveco

    Oni jam delonge scias, ke merkata ekonomio distribuas la varojn kaj laborojn de la nacioj law la legho de oferto kaj bezono, kiun nenia shtata politiko povas plibonigi au anstatauigi. Shtata fushado en la merkato finfine gvidas al sklaveco, kiel skribis la fama ekonomiisto Friedrich Hajek en sia libro titolata ``la vojo al sklaveco'' kaj dedikata al ``la sociistoj en chiuj partioj''. Tial la Cheha governestro Vaclav Klaus rifuzis uzi la Germanan vorton ``socia merkatekonomio'' kaj proponis la sloganon ``merkatekonomio sen atributoj''. Lia sukceso pruvas lian pravecon. Same la malalta senlaboreco de Anglio kaj Usono pruvas la pravecon de Thatcher kaj Reagan. La sociismaj politikistoj nur uzas la sukcesojn kiujn achevis iliaj merkatismaj antauirantoj por acheti politikan klientaron.

    Tamen tia merkatekonomio produktas plendendajn rezultojn en multaj domajnoj, precipe en la informa.

    la liberisma vojo al sklaveco

    Die Werbegeschenke, die Microsoft jedem Webmaster verspricht, der den kostenlosen Internet-Exploder auf seiner Titelseite anpreist, verdeutlichen: die Waren des Informationszeitalters haben negative Preise. Das IE-Dumping ist nicht ein skuriller Einzelfall, sondern ein Beispiel professionellen Verhaltens im heutigen Wirtschaftssystem. Die Informationsgesellschaft kennt naemlich keine Informations-Marktwirtschaft mehr, wohl aber einen Informations-Kapitalismus. Der Informations-Kapitalismus zerfrisst, noch mehr als jeder traditionelle Monopolkapitalismus, seine eigenen gesellschaftlichen Voraussetzungen.

    Informationen lassen sich nicht wie Broetchen verkaufen. Mein Broetchen kann ich nur einmal essen, Information besteht auch nachdem ich sie verwertet habe. Informationsvermarktung ist ein Widerspruch in sich selbst. Adam Smiths Vertrauen in eine guetig lenkende unsichtbare Hand war, was die Faehigkeit des Marktes, angemessene Mengen von Broetchen zu einem angemessenen Preis zu liefern, betrifft, berechtigt. Wer, sich allerdings vom Marktmechanismus nicht Broetchen sondern innovative Informationsprodukte verspricht, wie dies Politiker aller Parteien in Bonn und Bruessel heute durchweg tun, haengt offenbar noch einem Credo an, vor dessen Ueberstrapazierung schon der liberale Wirtschaftstheoretiker Alexander Ruestow (1885-1963) in seinem Buch Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus als religionsgeschichtliches Problem eindrucksvoll warnte.

    Ruestow argumentiert, dass die Marktwirtschaft staendig Kraefte erzeugt, die ihre eigenen Voraussetzungen zerstoeren und daher eines starken Staates beduerfe, um ueberhaupt existieren zu koennen. Ein bekanntes und viel beobachtetes Paradox der Marktwirtschaft ist ihre Tendenz Monopole zu erzeugen und damit sich selbst abzuschaffen, ebenso wie ihre Tendenz, die politische Gewalt zu usurpieren und damit den Garanten ihrer eigenen Ordnung, den Staat, aufzureiben. Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus besteht darin, dass er einen in religioeser Tradition begruendeten Glauben an angebliche Selbstregulierkraefte des Marktes predigt und dadurch die politischen Regulierkraefte, die es zu mobilisieren gilt, ausser Gefecht setzt.

    Ruestow kannte allerdings noch nicht den schaerfsten inneren Widerspruch der Marktwirtschaft, den Widerspruch der die massivste politische Gegensteuerung noetig macht: das Paradox der Informationsware, die Unvereinbarkeit der Anforderungen an ein Informationswerk mit den Anforderungen an eine Handelsware.

    Mozart starb als armer Mann. Der Informationsmarkt belohnt nicht den kreativen Kulturschaffenden, auch nicht den fleissigen Sammler der Informationen, die wir seit Jahren dringend brauchen, sondern den Marktstrategen, der es versteht, Systeme unters Volk zu bringen, die niemand so recht braucht, zu denen aber alle kompatibel bleiben muessen, wobei nur der Stratege den Geheimschluessel zur Kompatibilitaet in der Hand haelt. Wie man dies erreicht, ist eine Wissenschaft fuer sich. Es ist eine junge Wissenschaft, die mit dem Wachstum der Info-Marktwirtschaft zu unerhoertem Prestige aufgestiegen und immer mehr zum Schluesselwissen unserer Gesellschaft avanciert ist: Marketing.

    paradokso de la informvaro

    Umgekehrt werden seit einigen Jahren die kreativsten und nuetzlichen Software-Werke ausserhalb des Marktsystems als freie Software veroeffentlicht. Diese Werke werden von der Free Software Foundation und anderen zur freien Verfuegung gestellt. Manche Zeitgenossen sagen sich, was nichts kostet kann nicht gut sein, und wollen einfach nicht glauben, dass Linux besser ist als Windows und als einige kommerziellen Unix-Systeme. Diese Zeitgenossen sehen Software-Werke noch immer als Software-Produkte, d.h. als Broetchen. Die Informationswerke sind ja nicht deshalb kostenlos, weil wir nicht gerne Geld fuer sie zahlen wuerden. Sie sind es nur deshalb, weil Kostenpflichtigkeit zur Geheimhaltung zwingen wuerde und Offenheit ein ganz wesentliches Qualitaetsmerkmal eines Informationswerkes ist.

    Qualitaet und Vermarktung stehen zueinander im Widerspruch. Wer ein Informationswerk vermarktet, muss es verstuemmeln. Nicht nur das, er muss auch den Markt selbst verstuemmeln, er muss dafuer sorgen, dass ein die gesamte Gesellschaft umfassendes Abhaengigkeitsgeflecht entsteht, das die entscheidenden Stellen, an denen noch kassiert werden kann --- alle anderen benutzen ohnehin Raubkopien --- zum Kauf zwingt.

    Microsoft verdankt seine uebermaessige Groesse nicht so sehr dem angeblich Mozart-aehnlichen Genie seines Gruenders (s. Buchumschlag von The Road Ahead und von angesehenen Presseorganen, von Bild ueber Fokus und den Spiegel bis hin zur Pekinger Volkszeitung einhellig verwendet wird) sondern vielmehr dem Wettbewerbsrecht des real existierenden Liberalismus. Dieses Recht erzwingt im DV-Bereich geradezu den Aufstieg eines marketing-basierten Monopolgebildes, mag es nun Microsoft oder anders heissen.

    Bill Gates ist beim besten Willen nicht mit Mozart sondern allenfalls (wenn man denn unbedingt Personenkult treiben will) mit Friedrich dem Grossen vergleichbar. Treffender waere eigentlich der Vergleich mit dem Fuehrer einer Kolonialmacht, die sich fremde Laender unterwirft, aus diesen Laendern jaehrlich Milliarden Dollar abzieht und die Bewohner dieser Laender von der Politik und allen damit zusammenhaengenden Schluesselkompetenzen fernhaelt.

    Das Leben eines Mozart ist weit bescheidener. Er koennte bestenfalls hoffen, seine Faehigkeiten in die Dienste eines weitsichtigen Fuersten zu stellen. Doch das gelingt ihm nicht immer, er endet oft im Massengrab. Man mag einwenden, dass es den Autoren heute besser gehe als Mozart. Ist unsere Marktwirtschaft also doch besser geworden, hat die unsichtbare Hand Wunder gewirkt? Nein ganz im Gegenteil. Nicht der Markt sondern die Staaten haben Hand angelegt, und zwar ganz bewusst und dezidiert sichtbar. Sie haben ein kuenstliches Schutzsystem fuer sogenannte intellektuelle Eigentumsrechte geschaffen. Sie haben innerhalb des Info-Kapitalismus ein kuenstliches zrtes Pflaenzchen der Info-Marktwirtschaft geschaffen.

    la patentsistemo estas ekzemplo de sukcesa shtata ekonomi-regado

    Das Patentrecht entstand nicht durch die unsichtbare Hand sondern durch staatlichen Beschluss. Es schuf einen ganz neuen Markt, der sich insgesamt segensreich auswirkte:

    Natuerlich droht gerade das Patentwesen staendig, seinen eigentlichen Sinn zu verlieren und zu einem Vehikel fuer Monopolbildung zu verkommen. Das europaeische Patentamt selbst haelt aus Geldgier diejenigen Informationen zurueck, um deretwillen es existiert. Es werden Patente auf Schnittstellen (!) erteilt, wobei oft noch nicht einmal die komplette technische Information offengelegt wird. Durch Kreuzlizenzierung (Tauschhandel mit meist laecherlich wenig erfinderischen Patenten, sogenannten Wegelagererpatenten) bilden Grossunternehmen undurchdringliche Oligopole. Auch das Patentwesen bedarf einer gruendlichen Reform, wenn es nicht weiter zweckentfremdet werden soll.

    Bisherige Gesetze beguenstigen geschlossene Systeme

    Es gibt in Deutschland auch neben dem Patentsystem noch eine Reihe von Gesetzeswerken, die eigentlich einen offenen Markt schaffen sollten, aber vielfach das Gegenteil tun

    Hierzu gehoert die Verdingungsordnung fuer Leistungen (VOL), die bei oeffentlichen Ausschreibungen von Behoerden zur Anwendung kommt. Bisher sind diese Regeln so gestaltet, dass nur bestimmte grosse Firmen (in Muenchen meist ein ganz bestimmter bayerischer Weltkonzern) den noetigen Verwaltungsaufwand betreiben koennen, um als Auftragnehmer in Frage zu kommen. Bei der Auswahl der Angeboten kommt es dann nur auf den grossen Markennamen (der den auswaehlenden Buerokraten von jeder Verantwortung entbindet) und das billige Anfangsangebot an, nicht jedoch auf die langfristigen Gesamtkosten. Keines der Angebote kann wirklich billig sein (wie etwa Linux, das nichts kostet), da der urspruenglich fuer die Ausschreibung betriebene Verwaltungsaufwand bezahlt werden muss.

    Beim Kernkraftwerkbau gibt es durchaus Regelungen, die vom Hersteller die Offenlegung aller Systemkomponenten verlangen. Aehnliches gilt fuer die Mobilfunkbranche. In den meisten anderen Bereichen, wie auch bei der Ausruestung von Unternehmen mit Software nach VOL, spielt Offenheit hingegen keine Rolle.

    Dies geht mit schleichendem Kompetenzverlust und Entmuendigung einher. Wo z.B. aeltere Generationen von Kraftwerksicherheitsspruefern vor Jahren noch Pruefwerkzeuge nach Baukastenprinzip zusammensetzen und ihren Aufgaben anpassen konnten, sind die juengeren von bestimmten Markenprodukten abhaengig, die nur noch genormte Aufgaben erledigen koennen.

    Ich habe selbst versucht, mich mit einem eigenen Projekt bei einer EU-Ausschreibung Multilinguale Informationsgesellschaft zu bewerben. Auf mein ausfuehrliches Bewerbungsschreiben bekam ich aber keinerlei Antwort. Es genuegte vermutlich nicht den sehr formalen (die Erzeugung von 100en von Seiten Projektkostenberechnungsstudien erfordernden) Bewerbungskriterien.

    Infokapitalismus korrumpiert das oeffentliche Leben

    Im Zeitalter des Internet sind Buecher und Zeitungen eigentlich schon nicht mehr zeitgemaess. Wir brauchen alle Informationen in elektronischer Form. Aber die elektronische Form fuehrt zum Paradox der Informations-Ware: das Nuetzliche ist nicht vermarktbar.

    Schon jetzt geraten die Verlage unter Druck:

    Immer weitere Bereiche des oeffentlichen Lebens haben mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun, entziehen sich dem Zugriff der einzigen Denkweisen, die Politiker und Wirtschaftsleute gelernt haben. In Zeiten des System-Niedergangs tauchen Wunderwaffen auf, die dann von phrasensuechtigen Politikern mit einigem Zeitverzug begierig gedroschen werden, so z.B. Multimedia.

    Was ist so faszinierend an Multimedia? Vor allem eines: CDROMs sind (noch) relativ schwer kopierbar. Multimedia-Produktion ist eine Methode, Informationswerke mit allerlei schwer verwertbaren audiovisuellen Beigaben so aufzubereiten, dass eine gewisse Undurchdringlichkeit und Unbrauchbarkeit, und folglich Vermarktbarkeit, erreicht werden kann.

    Diese traurige Situation kann sich mit dem Fortschreiten der digitalen Vernetzung nur noch verschaerfen. Information kann nur durch kuenstliche Verknuepfung mit harter Ware zu Geld gemacht werden. Um Weltliteratur ins Netz stellen zu koennen, muss selbst das Projekt Gutenberg auf seiner Titelseite fuer Microsofts Monopolstrategien werben. Wer fuer die Informationsgesellschaft arbeiten will, muss seine Seele verkaufen, seine Webseiten mit versteckter Werbung spicken. Als Seelenkaeufer auftreten koennen wiederum nur die Besitzenden der alten Industriegesellschaft oder Quasi-Industrialisten wie Microsoft, denen es gelungen ist, Information zur undurchdringlichen harten Industrieware umzuformen und damit ein gesellschaftsumspannendes Zwangsnetzwerk aufzubauen. Keiner von beiden leistet nennenswerte Beitraege zum Aufbau der Informationsgesellschaft. Ein Verteilungssystem, dass diese beiden Typen von Unternehmen zu den beherrschenden Knotenpunkten des Geldflusses macht, ist ein System der Zwangsprostitution. Die Moral der infokapitalistischen Gesellschaft kann demnach nicht viel hoeher sein als die Moral von Prostituierten. Wen kann es dann noch wundern, wenn die UNO vor seuchenartiger Verbreitung der Korruption warnt? Korruption ist im Infokapitalismus systemimmanent, sie ist ein Grundimperativ infokapitalistischen Wirtschaftens.

    novaj vojoj el la sklaveco

    Zur Schaffung eines der Informationsgesellschaft angemessenen Wirtschaftssystems koennen zwei Wege parallel beschritten werden:

  • reformo de konkurenclegxaro
  • kreado de novaj merkatoj per publika bido
  • reformo de konkurenclegxaro

    Novaj Merkatreguloj por IT

    kreado de novaj merkatoj per publika bido

    In Deutschland hat sich der Infokapitalismus am Beispiel des Fernsehens besonders gruendlich oeffentlich blamiert. Niemand behauptet heute ernsthaft, die Privatsender RTL, PRO7 usw leisteten einen positiven Beitrag zu unserem oeffentlichen Leben. Die segensreiche Wirkung des Marktes, die sich vor allem Anhaenger des liberalen Credos vor der Einfuehrung des kommerziellen Fernsehens versprachen, ist ausgeblieben. Das oeffentlich-rechtliche Fernsehen hat sich hingegen als (relatives) Erfolgsmodell erwiesen. Gerade diejenigen Politiker, die vom religioesen Liberalismus verblendet falsche Erwartungen an das Privatfernsehen predigten, sollten heute beim Internet ihre Lernfaehigkeit unter Beweis stellen. Folgende weise Worte eines erfolgreichen chinesischen Wendehalses moegen sie sich zu Herzen nehmen:

    Die praktische Erfahrung ist das einzig gueltige Kriterium zur Ueberpruefung von theoretischen Wahrheiten ... Egal ob schwarz oder weiss: was Maeuse faengt ist eine gute Katze.

    Die unsichtbare Hand faengt erwiesenermassen keine Maeuse. Es kommt jetzt darauf an, das Erfolgsmodell weiterzuentwickeln. Wir brauchen nun ein oeffentlich-rechtliches Internet-Angebot.

    Die Mitarbeiter von Free Software Foundation, Linux International, Software in the Public Interest usw tun aus eigener Kraft das, was Sache staatlicher Wirtschaftspolitik waere: die Schaffung eines Marktes, der diejenigen belohnt, die hochwertige Information ins Internet stellen.

    Eine oeffentlich-rechtliche Stiftung fuer die oeffentliche Informations-Infrastruktur haette aehnliche marktschaffende Wirkungen wie das Patentrecht:

    Publikbida Merkatekonomio

    Kuenftig sollten fuer staatliche Wirtschaftspolitik folgende Richtlinien gelten:

  • Oeffentlichkeit statt Ausschreibungsformalismus
  • Gewaltenteilung zwischen Zielgebern und Wegsuchern
  • Einstellung aller staatlichen Dienstleisterei
  • Besteuerung von Materie statt Arbeit
  • Politische Souveraenitaet wiedergewinnen
  • Oeffentlichkeit statt Ausschreibungsformalismus

    Auftraege werden rechtzeitig und uebersichtlich im Internet ausgeschrieben und in Foren diskutiert. Alle Formalismen, die derzeit im Namen der Oeffentlichkeit eine effektive oeffentliche Ueberwachung von Ausschreibungen verhindern, entfallen. Legitimitaet wird nicht durch solche Mechanismen, sondern durch die freie Teilnahme und Billigung einer moeglichst breiten Oeffentlichkeit erreicht. Dabei werden neue Verfahren der politischen Beteiligung entwickelt, die das demokratische Parlamentssystem ergaenzen.

    Gewaltenteilung zwischen Zielgebern und Wegsuchern

    Nur die Bereitstellung von gemeinnuetziger Infrastruktur in einer vorgegebenen Form (digital, weitestmoeglich ungebunden) wird bezahlt. Der oeffentliche Auftraggeber (Regierung) spezifiert das Ziel, die Auftragnehmer suchen den Weg. Keiner mischt sich in den Bereich des anderen ein.

    Einstellung aller staatlichen Dienstleisterei

    Alles was als Dienstleistungsunternehmen funktionieren kann, wird entstaatlicht. Universitaeten leben von der Ausfuehrung oeffentlich ausgeschriebener Auftraege und von autonom nach unternehmerischen Gesichtspunkten erhobenen Studiengebuehren. Studenten finanzieren Studiengebuehren ggf durch Kredite und/oder bezahlte Arbeiten an oeffentlicher Informationsinfrastruktur. Der Staat setzt nur die aller grundlegendsten Hebel in Bewegung, indem er oeffentliche Normen und unabhaengige Pruefungsinstitutionen sanktioniert (auch hier kann die Ausfuehrung in privaten Haenden liegen, vgl. TUeV) und, mit Bezug auf diese Normen, oeffentliche Auftraege ausschreibt. Der Staat schafft und regelt den Markt, enthaelt sich aber strikt jeder unternehmerischen Taetigkeit. Ein Schiedsrichter kann nicht gleichzeitig Fussball spielen. Ein staatlich subventioniertes oder gar finanziertes "Buergernetz" und sonstige halbstaatliche Wirtschaftsprojekte, mithilfe derer Parteifunktionaere sich ihre Seilschaften aufzubauen pflegen, schwaechen sowohl die Wirtschaft als auch den Staat. Die Gewaltenteilung zwischen Staat und Markt ist fuer ein modernes Gemeinwesen ebenso essentiell wie die zwischen Legislative, Exekutive und Judikative.

    Besteuerung von Materie statt Arbeit

    Einkommenssteuer, Arbeitslosengeld und die meisten "Sozial"-leistungen werden abgeschafft oder durch die Verpflichtung zu (privater) Versicherung ersetzt. Statt Almosen werden oeffentliche Auftraege so vergeben, dass sie geeignet sind, alle arbeitssuchenden Staatsbuerger bei existenzsicherndem Lohn mit informationellem Infrastrukturaufbau zu beschaeftigen. Statt der Arbeitsloehne werden Rohstoffe, Ressourcen (wie z.B. Land und Immobilien) und materielle Waren besteuert [: auch oekologische Steuerreform genannt, besonders einsichtig begruendet in einem langen aber lesenswerten Artikel von G.Kurtz]

    Politische Souveraenitaet wiedergewinnen

    Alle obigen Reformvorschlaege bedeuten ein Zurueckerlangen des Primats der Politik ueber die Wirtschaft. Die oeffentliche Hand soll die Kontrolle ueber das industriell orientierte Verteilungssystem zurueckgewinnen und es zu einem der Informationsgesellschaft gemaesses Verteilungssystem reformieren. Dazu bedarf es eines handlungsfaehigen Staates. Unsere Politiker haben allerdings in vieler Hinsicht die Handlungsfaehigkeit des Staates Stueck fuer Stueck abgebaut. Seit den 60er Jahren ueberlasteten Sozialisten aller Parteien den Staat mit sozialen Aufgaben, denen er nicht gerecht werden kann. Unter dem Druck leerer Kassen schlug dann in den 80er Jahren die Stunde der Liberalisten aller Parteien, die alle hoheitlichen Aufgaben an den Kapitalismus ausverkauften und sich mit Maastricht usw immer maechtigere Sachzwaenge schufen, um die Abschaffung staatlicher Handlungsfaehigkeit "unumkehrbar" machen und die Verantwortung dafuer hoeheren Schicksalsmaechten wie der "Globalisierung" anlasten zu koennen. Welche ideologische Wellenbewegung wird in 00er Jahren durch das Land gehen und dem Gemeinwesen die Kraft und die Kernkompetenzen zurueckzugeben, die es braucht, um den Leviathan Info-Kapitalismus zu baendigen und die Kraefte der Informationsgesellschaft auf das Gemeinwohl auszurichten?

    provizaj celoj

    Es gibt schon Organisationen, die dem Infokapitalismus ernstzunehmende Alternativmodelle entgegensetzen.

    In letzter Zeit wird M$ wegen seiner Monopolpraktiken verstaerkt vom amerikanischen Justizministerium (Justice Department) angegriffen, nachdem der Rechtsanwalt Gary Reback den Richtern wortgewaltig neuere wirtschaftswissenschaftliche Theorien die meinen obigen Ideen aehneln (Stichwort: Path Dependence) nahegebracht hat. Leider konnte ich von diesen Theorien im WWW nicht viel finden, auch mein Verweis Reback zeigt nicht auf Rebacks Werke sondern auf einen Bericht aus zweiter Hand.

    Stattdessen kann man aus der Gegenargumentation des Wirtschaftswissenschaftlers Stan Liebowitz, der sich ebenso wortgewaltig fuer Microsoft und die uneingeschraenkt segensreiche Wirkung der unsichtbaren Hand stark macht, einige der wirtschaftstheoretischen Grundlagen der Anti-Microsoft-Bewegung erkennen. Liebowitz will nachweisen, dass der Marktmechanismus bisher jeder Fehlsteuerung erfolgreich entgegengewirkt habe und dass die beruehmtesten Gegenbeispiele, so z.B. der Sieg der schlechteren QWERTY-Tastatur oder des schlechteren Beta-VHS-Formats, naeherer Pruefung nicht standhalten koennten. Mit der Problematik der Offenheit und Freiheit von Netzwerkschnittstellen, wie sie sich heute stellt, ist Liebowitz --- und vielleicht auch Reback --- jedoch nicht vertraut. Theoretiker der freien Software wie Richard M. Stallman wiederum verstehen vielleicht nicht genug von Wirtschaftswissenschaften, um von Liebowitz und Kollegen ernstgenommen zu werden.

    So schlecht unsere Generation auch gedanklich geruestet sein moege: wir sind heute gefordert. Eine vielleicht letzte Chance tut sich uns auf. Mit dem Anbruch des Internet-Zeitalters sind Betriebssysteme keine Schluesseltechnologie mehr. Ein Machtwechsel an der Spitze des Kartells scheint greifbar nahe.Die in Qualitaet und Preis fuehrende Office-Suite kommt nunmehr aus Hamburg, die universellsten Betriebssysteme sind Linux und die Virtuelle Java-Maschine.Ein weiterer Machtwechsel an der Kartellspitze wuerde die Kartellwirtschaft als ganze schwaechen.Mit einiger Kraftanstrengung koennte man dann den Info-Kapitalismus zivilisieren.Keine unsichtbare Hand wird das fuer uns tun.
    [al paghkapo] [antauen]


    http://www.lrz.de/~phm/gnupoliteo7.html
    1998-01-16 © PILCH Hartmut (eposhto/pgp/ttt)